Mana Mahlzeitenersatz im Selbsttest

Mana ist hierzulande wohl eine der bekanntesten Marken, wenn es um Mahlzeitenersatz geht. Nicht gerade in aller Munde – aber das kann ja noch kommen. Der Hersteller des Shakes wirbt mit Nahrung für ein besseres Leben. Ein Begriff, der zunächst etwas beliebig wirkt – trotzdem hat mich das neugierig gemacht. Also entschloss ich mich, das bekannte Label im Selbsttest auf den Prüfstand zu stellen. Hier ist zu lesen, was dabei rausgekommen ist.

Zunächst fragte ich mich, wie die Hersteller der Flüssignahrung auf den Markennamen Mana kamen. Dazu habe ich gleich zwei Bezüge gefunden – beide aus dem spirituellen und religiösen Bereich. Zum einen ist Mana ein Begriff aus Polynesien. Mana bezeichnet dort eine transzendente Kraft, die auf den Menschen einwirkt. Zum anderen ist mir Manna, das „Himmelsbrot“ aus der Bibel eingefallen. Das Brot, das täglich aufs Neue vom Himmel fiel, ernährte die Israeliten auf ihrer 40 Jahre andauernden Reise durch die Wüste. Wahrscheinlich keine ganz zufällige Namenswahl.

Mana: Marke mit Sendungsbewusstsein

Mana war eine der ersten Marken auf dem europäischen Markt. Im Jahr 2014 startete Mana in Tschechien unter dem etwas kryptischen Namen Heavens Lab s.r.o (auch hier der Bezug zum Himmelreich). Seit 2018 vertreibt eine Tochtergesellschaft Mana im deutschsprachigen Raum. Produziert wird die Flüssignahrung weiterhin in Tschechien.

Die Philosophie des Labels: Lebensmittelverschwendung stoppen, Verpackungsmüll auf ein Minimum reduzieren und auf mehr Qualität in der Lebensmittelproduktion setzen. Die Hersteller appellieren an das Gewissen jedes Einzelnen und erinnern daran, dass wir alle eine Verantwortung für diesen Planeten tragen. Alles Inhalte, die ich direkt so unterschreiben kann. Allerdings würde ich mir bei diesem Anspruch mehr Lebensmittel aus biologisch zertifiziertem Anbau in Mana wünschen. Immerhin hat sich das Label zum Ziel gesetzt, für die Herstellung seiner Produkte ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu verwenden.

Was steckt drin in Mana?

Laut Angaben des Herstellers bestehen die Produkte von Mana fast ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen – aber eben nur fast (99,5 %). Dies bedeutet, dass auch synthetisch hergestellte Aromen, Vitamine und Mineralien enthalten sind. Zwar führen Hersteller, die natürliche durch synthetische Inhaltsstoffe ersetzen, stets ins Feld, dass dies für den Körper keinen Unterschied mache. Doch können synthetisch nachgebaute Vitamine und Mineralien nachweislich schlechter vom Organismus aufgeschlossen und verwertet werden als die natürlicher Herkunft.

Wie sind die Nährstoffgruppen in Mana vertreten?

Die Flüssignahrung des tschechischen Herstellers fällt durch einen relativ hohen Proteingehalt auf. Eiweiß macht ganze 42 % des Mahlzeitenersatzes aus. Fett schlägt mit üppigen 29 % zu Buche. Kohlenhydrate machen dagegen lediglich 14 % aus. Auffällig der hohe Salzgehalt von 17 % – ob Drink oder Pulver macht dabei kaum einen Unterschied. Für mich zu hoch – auch wenn sich das nicht unbedingt im Geschmack bemerkbar macht.

Immerhin sind die Inhaltsstoffe klinisch geprüft und werden regelmäßig in Laboranalysen untersucht. Diese Studien und Laboranalysen stellt Mana auf seiner Seite den Kunden auch zur Verfügung. Transparenz ist immer gut!

Enthält Mana Zusatzstoffe?

Positiv: Mana enthält weder Stabilisatoren noch Konservierungsstoffe. Da überrascht die lange Haltbarkeit des fertigen Drinks. Der Shake soll ein ganzes Jahr ohne Kühlung haltbar sein. Ich habe es zwar nicht selbst ausprobiert – aber wird schon stimmen. Der Hersteller verzichtet zwar auf gentechnisch veränderte Lebensmittel – doch kommen die Zutaten nur zu einem kleinen Teil aus biologisch zertifiziertem Anbau.

Reduzierte Ästhetik in der Verpackung

Entsprechend ihrer Philosophie legen die Macher wenig Wert auf eine aufwendig gestaltete Verpackung und sagen sich: der Inhalt macht’s. Mana kommt mit seiner reduzierten Tetrapack-Ästhetik etwas nüchtern daher – oder sagen wir mal so: wenig appetitanregend. Aber vielleicht sind wir alle ein bisschen von der schönen bunten Warenwelt mit Verpackungen verwöhnt, die für gewöhnlich mehr versprechen, als der Inhalt nachher hält. Nicht unbedingt ein Nachteil – aber gewöhnungsbedürftig. Das Auge isst bei Mana jedenfalls nicht mit.

Der Hersteller empfiehlt 5 Mahlzeiten a 400 kcal täglich – wenn man sich denn vollständig davon ernähren möchte. Mana ist als trinkfertiger Drink oder als Pulver zum Selbermixen erhältlich.

Mana – Flüssignahrung als vollwertiger Mahlzeitenersatz

Mana bietet in seiner Zusammensetzung ein ausgeglichenes Nährstoffspektrum. Schauen wir uns die Inhaltsstoffe mal etwas genauer an.

Hochwertige Fette aus verschiedenen Quellen

Fette gehören zu den Hauptnährstoffen und sind Energieträger Nummer eins. Deshalb sollten sie auch in einem Nahrungspulver-Shake in ausreichender Menge vorhanden sein. Diesen sogenannten Lipiden scheinen die Macher von Mana besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die in Mana enthaltenen Fette stammen gleich aus fünf verschiedenen Quellen. Das ist schon mal sehr positiv – denn je variabler die einzelnen Fettsäuren, desto besser für den Körper. Denn Lipid ist nicht gleich Lipid. In Mana sind Fette aus Leinsamen und Sonnenblumen, aus Raps und Kokosnuss und sogar aus Algen zu finden.

Algen

Kaum zu glauben, dass auch Algen Fette enthalten – und was für welche! Das sogenannte Algenöl liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren wie DHA und EPA – also genau die, die unser Körper am dringendsten braucht. Den größten Anteil stellt dabei DHA. Diese ungesättigte Fettsäure ist besonders wichtig für unser Brain. Sie sorgt dafür, dass da oben alles wie geschmiert läuft – also für ein leistungsfähiges Gehirn. Auch nicht ganz unwichtig: DHA unterstützt das Sehvermögen und hält die Blutfettwerte im Rahmen.

Leinsamen

Leinsamen liefert dem Körper den höchsten Anteil an der Omega-3-Fett-Säure ALA – jedenfalls bei den Fetten pflanzlicher Herkunft. Ein weiteres Plus: Das enthaltene Leinöl stammt aus biologisch zertifiziertem Anbau und ist kalt gepresst – so bleiben die Vitalstoffe in vollem Umfang erhalten.

Sonnenblumenkerne

Lipide aus Sonnenblumen zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Omega-9- und Omega-6-Fettsäuren aus. Außerdem fahren Sonnenblumenkerne große Mengen am fettlöslichen Vitamin E sowie Pflanzensterinen auf, die den Cholesterinspiegel senken.

Raps

Raps ist eine der besten Quellen für Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. In Rapsöl stehen diese Fettsäuren in einem idealen Verhältnis zueinander. Außerdem stellt Rapsöl wichtige sekundäre Pflanzenstoffe wie Phytostyrole und Luteine zur Verfügung.

Kokosnuss

Den Reigen der Lipide beschließt die Kokosnuss, auf die ich am ehesten verzichten könnte. Denn, obwohl in letzter Zeit zu einer Art Superfood hochstilisiert, enthält sie vorwiegend gesättigte Fettsäuren, die Ernährungswissenschaftler eher als ungesund einordnen. Außerdem schlägt da wieder meine Abneigung gegen Inhaltsstoffe zu Buche, die aus tropischen Regionen importiert werden. Das macht für mich ökologisch gesehen keinen Sinn.

Kohlenhydrate aus Hafer und Mais

Für die rechte Portion Kohlenhydrate sind bei Mana Hafer und Mais verantwortlich. Der Fokus liegt beim löslichen Ballaststoff Beta-Glucan, das in den Haferfasern steckt und Oligosacchariden aus Maisstärke. Ersteres gilt als Regulator für Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, zweitere sorgen für die schnelle Energiezufuhr, die direkt im Gehirn ankommt.

Proteine aus Soja

Der dritte Hauptnährstoff Protein wird in Mana durch Soja in verschiedener Form abgedeckt. Wo viele andere zu Milchderivaten greifen, setzt Mana ganz auf vegane Produkte, um einen ausgewogenen Proteingehalt zu gewährleisten. Mana nutzt sowohl isoliertes Protein aus Soja als auch Sojalecithin. Beide ergänzen sich optimal und versorgen Muskeln und Gehirn mit Nahrung.

Zucker, Mineralien und Vitamine

Als weitere Komponente enthält Mana Zweifachzucker (Disaccharide) aus Runkelrübe. Sie sind für die Versorgung mit Glukose und Fruktose zuständig, ohne den Blutzuckerspiegel sprungartig ansteigen zu lassen.

Nicht zu vergessen die ganze Palette von Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und Spurenelementen, die allerdings größtenteils synthetisch hergestellt sind. So ist zum Beispiel Vitamin C nur als Ascorbinsäure vorhanden, die bei Gesundheitsexperten einen zweifelhaften Ruf genießt.

Geschmack ist Geschmackssache

Die Begeisterung für den Geschmack von Mana hält sich bei mir in Grenzen. Mana schmeckt fast genauso nüchtern, wie die Verpackung aussieht – hier stimmen zumindest Inhalt und Packung überein. Dieser fast schon neutrale Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Nicht umsonst empfiehlt der Hersteller, den Drink mit Früchten oder Gemüse aufzupeppen – die ich mir dann aber erst mal mixen müsste.

Pur erinnern mich Geschmack und Konsistenz entfernt an Haferschleim (den ich noch nie mochte). Mir gefällt ein Mahlzeitenersatz besser, der nach identifizierbaren Lebensmitteln schmeckt. Ich kenne aber auch Leute, die den leicht salzigen Touch als angenehmen Konterpart zu den meist süßlichen Varianten empfinden. Das kann ich durchaus nachvollziehen. Auch ich würde es begrüßen, wenn andere Hersteller mal eine würzige Version entwickeln würden.

Das Pulver wird aus Wasser, Pulver und einem kleinen Fläschchen Öl zusammengemixt. Das macht es etwas komplizierter, sich den Mahlzeitenersatz portionsweise zusammenzurühren. Trotzdem kann ich mir Mana als guten Begleiter für Outdoorabenteuer vorstellen. Beim Genuss des Drinks kommt etwas Survival-Romantik auf – auch wegen seines minimalistischen Geschmacks.

Wie sieht es mit dem Preis aus?

Mana ist im Vergleich zu manch anderer Flüssignahrung pro Mahlzeit recht günstig – wobei der fertige Drink etwas hochpreisiger ist als das Pulver. Allerdings gilt zu bedenken, dass fünf statt drei Mahlzeiten erforderlich sind, um den Kalorienbedarf eines Durchschnittsmenschen zu decken. Aufgrund der geringen Kalorienanzahl könnte sich der Mana Drink auch ganz gut zum Abnehmen eignen. Von diesem Aspekt her habe ich Mana allerdings nicht getestet.

Der Preisvorteil macht sich beim ersten Kauf allerdings nicht bemerkbar. Denn Mixbecher und Messlöffel müssen mit dem Starterkit erworben werden – entsprechend höher fällt der Preis aus.

Mein ganz persönliches Fazit

Was ich gut finde: Mana lässt dem User die Wahl, ob er den Mahlzeitenersatz als fertigen Drink oder in Pulverform zum Selbstanrühren bestellen möchte. Ich kann mir Mana aufgrund des für mich etwas unbefriedigenden Geschmacks eher als Snack zwischendurch im Büro vorstellen – wo eigentlich immer Zeitmangel herrscht. Aber das ist wie gesagt nur meine subjektive Meinung. Ich kenne auch Menschen, die sich fast ausschließlich davon ernähren. Und die Zusammenstellung der Nährstoffe in Mana gibt das auch durchaus her – denn es ist alles drin, was unser Body so braucht, um fit und leistungsfähig zu sein.

Zudem ist Mana frei von tierischen Produkten und daher gut für Veganer und Menschen geeignet, die sich laktosefrei ernähren möchten oder müssen. Wo wir schon bei Unverträglichkeiten sind: Glutenfrei ist Mana nicht. Daran wird laut Hersteller aber bereits gearbeitet. Immerhin erhält das Produkt auf vielen Portalen eine gute bis sehr gute Bewertung. Ein Hinweis darauf, dass sich über Geschmack eben doch streiten lässt. Ich würde mich insgesamt zu einem „gut“ hinreißen lassen.