Vegane Proteinpulver Test

Wer aus eigener Überzeugung heraus auf tierisches Eiweiß verzichten möchte oder es aufgrund einer Allergie zwangsweise muss, kann seinen Körper dennoch beim Training gezielt mit Proteinen unterstützen. Die meisten Eiweiße in Proteinpräparaten sind tierischen Ursprungs – Whey und Casein als Teil der Milch ebenso wie Ovalbumin, das im Eiklar enthalten ist. Vegane Protein-Präparate bestehen dagegen zu 100 Prozent aus pflanzlichen Bestandteilen. Das Eiweiß stammt unter anderem aus Sojabohnen, Reiskörnern und Erbsen.

Vegane Eiweißpulver im Sport

Die steigende Zahl veganer (Kraft)Sportler zeigt: Eine rein pflanzliche Ernährung ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Schwäche, Blässe und wenig Energie. Ganz im Gegenteil, viele Veganer sind überzeugt, dass sie durch diese Ernährungsform fitter sind und bessere sportliche Leistungen erbringen als vorher. Ebenso wie alle anderen aktiven Sportler, sollten jedoch auch Veganer ein Auge auf Ihre Eiweißversorgung haben. Denn nur so ist Muskelaufbau und eine stetige Leistungssteigerung möglich. Während es als „Allesesser“ relativ leicht ist, ein geeignetes Eiweißpulver zu finden, muss man als „Pflanzenesser“ ein bisschen länger suchen. Doch keine Sorge: Der Markt hält inzwischen hochwertige, rein vegane Proteinpulver bereit, die eine perfekte Eiweißversorgung auch bei pflanzlicher Ernährung sicherstellen.

Vegane Proteinpulver – besser als ihr Ruf

Es ist nicht ganz fair, tierisches Eiweiß gegenüber pflanzlichem Protein als „wertvoller“ zu bezeichnen. Zwar enthält tierisches im Gegensatz zum pflanzlichen Eiweiß praktisch immer alle essentiellen Aminosäuren (also die, welche der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann). Es gibt aber auch Ausnahmen: Sojabohnen und Lupinen beinhalten ebenfalls das „volle Spektrum“. Sinnvollerweise basieren gute vegane Proteinpulver auch darauf.

Wahr ist allerdings, dass der Anteil an verzweigtkettigen Aminosäuren (für den Muskelaufbau besonders wichtig) beim pflanzlichen Eiweiß geringer ausfällt; gleiches gilt für die gesättigten Fettsäuren. Einen Nachteil beim Krafttraining muss das aber nicht bedeuten: Patrik Baboumian, der „stärkste Mann Deutschlands“ von 2011, ernährt sich beispielsweise vegan.

Power aus Erbsen, Soja, Hanf & Co

Veganes Eiweißpulver wird meist aus Erbsen, Soja, Hanf, Lupinen oder Reis hergestellt. Diese Proteinpulver werden entweder pur oder untereinander gemischt angeboten. Durch eine Kombination der verschiedenen Proteinisolate kann eine optimale Mischung der Aminosäureprofile erreicht werden. Vorteil dieser sogenannten Mehrkomponenten Proteinpulver ist eine verbesserte körperliche Aufnahmefähigkeit. Natürlich können die Pulver auch selbst gemischt werden.

Einzelne vegane Proteinpulver im Überblick

• Sojaprotein: Eiweißanteil von etwa 82 Gramm pro 100 Gramm Pulver. Enthält alle essenziellen Aminosäuren. Soja kann jedoch Allergien auslösen und wird daher nicht von jedem vertragen. Da gerade bei Veganern häufig ein hoher Sojakonsum in der Alltagsernährung stattfindet, ist es grundsätzlich ratsam, mit anderen Proteinquellen Abwechslung in den Speiseplan zu bringen.

• Erbsenprotein: Eiweißanteil von etwa 82 Gramm pro 100 Gramm Pulver. Enthält alle acht essenziellen Aminosäuren. Lediglich zwei Aminosäuren sind in niedriger Dosierung enthalten, nämlich Cystein und Methionin. Diese finden sich jedoch vermehrt in Reisprotein, sodass sich die beiden Pulver perfekt ergänzen.

• Reisprotein: Eiweißanteil von etwa 80 Gramm pro 100 Gramm Pulver. Das Aminosäureprofil ist am ehesten mit Muttermilch vergleichbar. Der etwas niedrige Lysin-Anteil kann durch eine Mischung mit Erbsenprotein ausgeglichen werden, da diese Aminosäure dort reichlich enthalten ist

• Hanfprotein: Eiweißanteil von etwa 50 Gramm pro 100 Gramm Pulver. Enthält alle essenziellen Aminosäuren in einem optimalen Verhältnis, sodass die Wertigkeit vergleichbar mit Milch, Ei oder Fleisch ist.

• Lupinenprotein: Eiweißanteil von etwa 40 Gramm pro 100 Gramm Pulver. Enthält alle essenziellen Aminosäuren.

Analog zu tierischen Eiweißpulvern sind auch Supplements aus pflanzlichen Rohstoffen in unterschiedlichen Konzentrationen erhältlich. Hochkonzentrierte Produkte mit 80 bis 90 Prozent Proteinanteil basieren oftmals auf Sojabohnen, Reis oder Erbsen.

Hanf-Proteinpulver enthält zwar mit gut 50 Prozent Protein im Vergleich deutlich weniger, kann aber dafür auch als Nahrungsergänzungsmittel außerhalb des Sports oder bei Personen mit Verdauungsproblemen gute Dienste leisten. Es zeichnet sich nämlich durch seine besonders gute Verdaulichkeit aus, zu der ein hoher Ballaststoffgehalt maßgeblich beiträgt.
Hersteller dieser veganen Proteinpulver sind beispielsweise Maskelmän, Myprotein oder LSP. Außerdem bieten viele Naturkostläden Pulver aus Erbsen, Soja, Hanf, Lupinen oder Reis an, in den meisten Fällen sogar in Bio-Qualität.

Alles eine Frage des Geschmacks

Vorteil dieser sortenreinen veganen Proteinpulver ist das Fehlen jeglicher Zusatzstoffe. Daraus resultiert jedoch auch für manche ein etwas gewöhnungsbedürftiges Aroma. Abhilfe kann das Beifügen von zum Beispiel Pflanzenmilch, Zucker, Agavensirup, Kakao oder Vanille schaffen. Oder man greift gleich auf ein veganes Proteinpulver mit Geschmack zurück. Angeboten werden verschiedene Varianten wie Vanille, Schoko oder Beerengeschmack. Bekannte Hersteller sind zum Beispiel rawLicious, Garden of Life, Vega Sport, Pur Ya!, Vitality oder Vega One.

Letzte Aktualisierung am 13.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API